Ambidextrie2018-11-12T07:11:54+00:00
  • Ambidextrie

Ambidextrie Definition

Ambidextrie bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, gleichermaßen auf die Anforderungen des operativen Geschäfts und die Erfordernisse zur Entwicklung von Innovation ausgerichtet zu sein.

Der Begriff Ambidextrie wurde von Wissenschaftlern wie Michael Tushman, Charles A. O’Reilly und Julian Birkinshaw geprägt. Er beschreibt die Eigenschaft eines Unternehmens, „beidhändig“ zu agieren – also gleichzeitig das Tagesgeschäft und inkrementelle Innovation zu managen als auch in der Lage zu sein, disruptive Innovation voranzutreiben. Tushman und O’Reilly beschreiben Ambidextrie mit den Worten:

„Der eigentliche Test für Leadership ist es, erfolgreich zu bestehen, indem man seine Ausrichtung erhöht oder Strategie, Struktur, Kultur und Prozesse zusammenbringt und sich gleichzeitig auf die unvermeidlichen Revolutionen vorbereitet, die durch diskontinuierliche Umweltveränderungen erforderlich sind. Dies erfordert einerseits Organisations- und Managementfähigkeiten, um sich in einem ausgereiften Markt zu behaupten (wo Kosten, Effizienz und inkrementelle Innovationen von entscheidender Bedeutung sind) und um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln (in denen radikale Innovation, Geschwindigkeit und Flexibilität von entscheidender Bedeutung sind).“

Diese unterschiedlichen Herausforderungen zu bewältigen, fällt Unternehmen vielfach schwer. Trotz zunehmender Veränderungsdynamik konzentrieren sie sich meist auf sichere und marginale Produktverbesserungen statt auf Durchbruchsinnovationen. Ihre Systeme und Strukturen sind nicht darauf ausgerichtet, weitreichendere Innovationsgrade zu fördern.

Ambidextrie ist in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, auf ein strategisches Ziel ausgerichtet zu sein und gleichzeitig adaptiv zu handeln, um sowohl neue Möglichkeiten durch zu schaffen als auch vorhandene Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Schaffung sogenannter „Ambidextrous Organizations“ erlaubt es, die unterschiedlichen Anforderungen an die Strategieentwicklung, die Organisationsstruktur und die Unternehmenskultur zu berücksichtigen.

Organisationale Ambidextrie

Organisationale Ambidextrie beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens beidhändig zu agieren. Erreicht werden kann dies durch mehrere Ansätze:

Es werden unterschiedliche Strukturen geschaffen, mit denen sich unterschiedliche Grade von Innovation umsetzen lassen. So werden beispielsweise interne Verbesserungen über das klassische KVP bzw. das Ideenmanagement gemanagt, Produktverbesserungen über das Innovationsmanagement und einen strukturierten Innovationsprozess, während radikale Innovation und disruptive Innovation über Strukturen wie ein Innovation Lab oder Methoden wie Open Innovation vorangetrieben werden. Diese sogenannten „dualen Strukturen“ existieren parallel zueinander.

Bezieht sich eher auf das Verhalten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die je nach Kontext unterschiedliche Regeln und Verhaltensweisen an den Tag legen. Die dafür erforderlichen unterschiedlichen Kulturen sind straff und locker zugleich: straff dahingehend, dass die Unternehmenskultur generell Normen betont, die für Innovation wichtig sind (z. B. Offenheit, Autonomie, Eigeninitiative und Risikobereitschaft), locker dahingehend, dass diese Werte in Bezug auf die jeweilige Innovationssituation unterschiedlich ausgedrückt werden können.

Innerhalb eines Unternehmens können somit unterschiedliche Ausprägungen einer Innovationskultur und damit unterschiedliche Grade der Innovationsfähigkeit existieren.

Unterstützung von Ambidextrie durch Innovationstools

Zur Umsetzung von Ambidextrie setzen Unternehmen häufig Software-Tools ein, die innerhalb eines Unternehmens die duale Struktur abbilden. So lässt die Innolytics® Ideenmanagement-Software und Innovationsmanagement-Software gleichermaßen die Umsetzung von struktureller wie auch kontextueller Ambidextrie zu.

  • Unterschiedliche Innovationseinheiten wie z.B. Innovation Labs können verschiedene für sie passende Prozesse zur Ideengenerierung und –umsetzung entwickeln. Damit können die Mitglieder parallel innerhalb und außerhalb der klassischen Unternehmensstrukturen agieren.

  • Kontextuelle Ambidextrie wird unterstützt, indem Mitarbeiter/-innen unterschiedliche für die Erfüllung der jeweiligen Aufgaben wichtigen Rollen definieren können. Sie sind Mitarbeiter/-innen im Rahmen des operativen Kontexts (ihrer Aufgaben im Tagesgeschäft) beispielsweise in der Buchhaltung für das Controlling zuständig, im Rahmen des innovativen Kontexts (ihrer Aufgaben im Innovationsmanagement) sind die beispielsweise als Innovation Coaches tätig.

Ambidextrie lässt sich durch den Einsatz entsprechender Tools sehr effizient unterstützen.

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In der kostenlosen Studie „Innovationsmanagement weiter denken“ erfahren Sie, wie Sie unterschiedliche Unternehmenseinheiten aufbauen können, die unterschiedliche Grade von Innovation unterstützen. Sie erfahren anhand zahlreicher Beispiele, wie sich Ambidextrie in der Unternehmenspraxis umsetzen lässt. Und Sie lernen die Methode der dualen Strukturen und der unterschiedlichen Innovationskulturen innerhalb eines Unternehmens kennen.

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